Frankfurt/Mörlenbach. (mk) Mit der Umgehungsvariante O2 soll das Verfahren einer Ortsumgehung Mörlenbachs in die Planfeststellung gehen. Mit großer Mehrheit entschied gestern im Gebäude des Planungsverbandes in Frankfurt der Haupt- und Planungsausschuss Südhessen dafür. Mit den Stimmen von CDU und SPD gegen die Stimmen von Bündnisgrünen und FDP empfahl dieser Ausschuss unter Vorsitz von Baldur Schmitt der am kommenden Freitag am Römerberg tagenden Regionalversammlung die Annahme. Damit folgte die Mehrheit der Vorlage des Regierungspräsidiums, das damit der Argumentation und der Abwägung des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bensheim gefolgt ist. Zahlreiche Zuhörer fanden sich gestern zu dieser Ausschusssitzung ein: Befürworter der Ostumgehung und Gegner.
Mörlenbachs Bürgermeister Lothar Knopf nahm Mitarbeiter, Mandatsträger und mit Martin Gerster Vertreter der Bürgerinitiative „Pro B 38 a“ mit auf die Fahrt nach Frankfurt. Die Bürgermeister Joachim Kunkel (Wald-Michelbach) und Markus Roth (Grasellenbach) sowie Fürths Bürgermeisterstellvertreter Albert Dörsam bekundeten durch ihre Anwesenheit Solidarität mit den Belangen der Weschnitztäler Mitbürger, zumal sich auch in ihren Gemeindevertretungen eine große Mehrheit für die Ostumgehungsvariante ausgesprochen hatte. Rimbachs Bürgermeister Hans-Jürgen Pfeifer ist ohnehin reguläres Mitglied der Regionalversammlung. Er sprach bereits im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Energie vehement für die Ostumgehungsbefürworter und nahm im Haupt- und Planungsausschuss einen Stellvertretersitz mit Stimmrecht ein.
Gegner einer Ostumgehung und Befürworter einer Tunnelvariante waren von Gerhard Ohlig und Thomas Herdner-Rodenhäuser (Bündnisgrüne) sowie von Bürgern der Weiherer Initiative für eine Tunnellösung vertreten. Der Vorsitzende des Hauptausschusses Baidur Schnitt (SPD) räumte nach, Rücksprache mit den 25 weiteren Mitgliedern den Beteiligten vor Ort Rederecht ein. Lothar Knopf erinnerte daran, dass sich seit den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Menschen um eine Ortsentlastung von Mörlenbach bemühen. 17 Varianten seien seitdem untersucht worden. In den jüngsten vier Sitzungen der Mörlenbacher Gemeindevertretung hätte jeweils eine deutliche Mehrheit für eine vom ASV ausgearbeitete und bevorzugte Umgehungsvariante O2 gestimmt. Er führte wie in allen Diskussionen zuvor Vorteile einer Ostumgehung gegenüber einer Tunnellösung auf und widersprach den Tunnelbefürwortern in ihrer Argumentation, die Bevölkerungszahl im Überwald, und damit die Belastung durch den Verkehr, würde steigen.
Gerhard Ohlig, der auch für den BUND sprach, führte das Argument besserer Raumverträglichkeit der Tunnellösungen auf. Auch zweifelte er die vergleichenden Prüfungen des ASV an, wonach die O2 optimiert, aber die W4 vernachlässigt untersucht worden sei. Solche und andere Argumente der Tunnelbefürworter hatten auch Vertreter der Sozialdemokraten und ihn selbst zunächst überzeugt, wie SPD-Fraktionssprecher Gerhard Weinrich einräumte. Doch hält auch er nach weiteren Recherchen den Alternativvorschlag, Tunnel und Entlastung durch die L 3409 (Rennstrecke), nicht für realisierbar.
(Odenwälder Zeitung, 19.02.2005)